Eine Schweizer Konsumentenzeitschrift empfiehlt Reisenden www.china-guide.de. Die Infos dort sind wertvoll, aber «zugemüllt» mit Werbung.
Die Landung auf der Landing Page gelingt kaum: Zuoberst läuft ein animierter Streifen zu Velosport in – Flims. Auf die schmale Menuleiste darunter folgt ein breiter Balken Adwords. Auf das ansprechende Chinabild folgen Adwords und die rechte Menuleiste bietet weiteren kommerziellen Partnern Platz. Mit dem Notebook-Bildschirm sehe ich nach dem Klick in die Unternavigation noch nicht einmal einen Anriss des gesuchten Textes.
Schade um die guten Infos zu China. Dabei wäre die Webseite leicht zu verbessern:
- Mit einem Titel: Wie heisst die Seite, auf der ich gelandet bin? Weiter eine klare und einfach zu findende Absenderangabe. Wer steht hinter einem Portal und warum?
- Der Hauptinhalt muss dominieren. Das wünsche ich mir auch als Werbekunde.
- Die Werbung soll zum Inhalt oder den Interessen der Zielgruppe passen. Mich befremdet: China + Zahnersatz + Mikroformteile + Geburtsvorbereitung + Bauchfett weg.
Entweder hatte die Redaktion der Konsumentenzeitung in diesem Fall andere Vorlieben als ich oder keine Zeit zur Recherche.
Übrigens: Die Swiss Travel Writers (STW) führen am 31. Mai eine Podiumsdiskussion zum Thema «Touristische Bewertungsplattformen – was sind sie wert?» durch. Ich bin gespannt; mein Blog folgt Anfang Juni.
Wie lande ich bei Suchmaschinen zuoberst? Das ist heute die Million-$-Frage. Suchmaschinenoptimierung (SEO) gewinnt in der Kommunikation an Bedeutung.
Die Kriterien ändern laufend. Diese fünf können Sie sehr schnell überprüfen und optimieren. Detailliertere Tipps am Schluss des Beitrags verlinkt.
Internet-Adresse/URL
Im besten Fall das Produkt in der URL verankern. Beispielsweise Chäs und Brot, da ist das Produkt und der Name des Quartierladens identisch und somit auch die URL.
Page-Titel oder Title Tag
Darunter ist der Überbegriff für die Seite gemeint, erscheint auf der Internetseite ganz zuoberst im Browser und ist in den Suchmaschinen-Suchresultaten blau unterstrichen. Der Page-Titel sollte den Begriff enthalten, worunter wir gefunden werden wollen. Gutes Beispiel: «Bernet Public Relations», schlechtes Beispiel: «Bernet_PR: Startseite». Maximale Länge: 69 Zeichen.
Internettext
Im Text immer wieder das Produkt beim Namen nennen. Für die Startseite (Home) besonders wichtig, wobei der Text lesbar sein muss. Wenn PR mein Hauptprodukt ist, im Text diesen Begriff nennen, und nicht mal von Unternehmenskommunikation und dann wieder von Kommunikation schreiben. Ebenso den Text strukturieren: Titel und wichtige Wörter (Keywords) hervorheben.
Metatags
Die Metatags werden im Head-Element des HTML Codes integriert und umschreiben den Seitenhinhalt, ähnlich dem Inhaltsverzeichnis eines Buches. Immer wieder ist die Wichtigkeit dieser Tags ein Thema. Laut Google Webmaster Center sind Metatags nicht von Bedeutung. Hier zum Artikel und Video.
Google Keyword-Tool
Haben Sie die richtigen Keywords für ihre Firma gefunden? Das Google Keyword-Tool zeigt auf, welche Begriffe wie oft in die Suchmaschine eingegeben werden.
Studie «Ranking-Kriterien 2010» IAB-Switzerland
Die relativ neu gegründete IAB-Switzerland (Internet Advertising Bureau Switzerland) erstellte die IAB-Ranking-Kriterien-2010. Die fünf wichtigsten Erketnntnisse daraus:
- Eine Site sollte einzigartigen Inhalt aufweisen
- Keywordhaltige Links von externen Sites sind wichtig
- Links von Hubs und Authority Sites spielen eine grosse Rolle
- Links von thematisch verwandten Websites sind wichtig
- Keyword-Gebrauch zu Beginn des Title Tags spielt eine grosse Rolle
Wenn Sie noch mehr Zeit investieren möchten, geben Ihnen diese beiden Links weitere Anstösse:
INM und Google sind Kunden von Bernet_PR.
Der deutsche Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin hat in kürzester Zeit seiner (Web-)Reputation deutlich geschadet. Mit einer Abmahnaktion sorgte er in der Social Web-Community für viel Geheul. Darauf war er – und sein Mediencorner – nicht vorbereitet.
Die Geschichte ist kurz und einfach: Einer der grössten Outdoor-Artikel-Hersteller Europas verklagt Kleinunternehmen die ihre Produkte mit einem Tatzenmuster versehen via Abmahnung auf mittelgrosse Geldbeträge. Auch Hobbybastler bekamen Post von den Anwälten. Der Aufschrei via Social Media’s (Google Blogsearch) war gehörig und schwappte – wie das halt so läuft – in die Online-Medien über (Die Zeit, Spiegel-Online, TAZ). Jack Wolfskin hingegen zeigte sich unbeirrt – und hielt ( rechtlich gesehen wohl korrekterweise) am Markeneigentum fest. Das Rudel heult weiter: Unaufhaltsam steigt die Anzahl Blog-Kommentare und Tweets.
Hohe Schwelle für (Social) Medienschaffende
Sicher haben einige Medienschaffende, Blogger oder ganz einfach Interessierte auf der Wolfskinschen Website ein Statement gesucht. Fehlanzeige: Der Pressecorner ist mit Passwortschutz verriegelt.

OK – kurz ein Passwort angefordert und ich bin drin. Denkste. Zwar muss in einem Online-Formular die ganze Personalie angegeben werden. Ein Dialog wird damit aber nicht ausgelöst: «Ihre Anfrage wird beantwortet». Ich habe gar keine gestellt, sondern bei «Ihre Frage:» einen Platzhalter gesetzt. Weil ich lediglich im Pressebereich das Communiqué lesen wollte (hier via Werbeblogger).
Die Lehren aus dem Wasserglas-Orkänchen
Für uns PR-Schaffende gibts zweifelsfrei ein paar Schlüsse daraus. Eigentlich sogar recht viele – hier ein Auszug:
- KEINE LOG-INs bei Mediencornern
- Unterschätze die Kraft der Social Medias nicht
- Pflege deine Web-Reputation – gerade als Anbieter von Konsumgütern
Die Geschichte ist gerade mal eine Woche alt – die Auswirkungen sind beachtlich. Der Wikipedia-Eintrag über das Unternehmen wurde bereits angepasst. Auch die Online-Börsen haben reagiert und nutzen das Skandälchen und die vielen Suchanfragen für ihre Google-Adwords Kampagnen. Hier der Text unter dem Online-Artikel der Zeit:
Google-Anzeige:
«Jack Wolfskin Jacken»
- Schnäppchenjäger aufgepasst -
- Wanderausrüstung jetzt günstig kaufen -
www.ricardo.ch/Bergsteigen&Wandern
Krise als Chance denken nicht nur Spammer, die «Swine flu» als Sesam-öffne-dich nutzen. Auch bei den Adwords wird versucht, von Krisen-Hypes zu profitieren.
Der Screenshot zeigt, dass es genügend Skrupellose gibt. Meine weitere Suche nach der kommerziellen Nutzung von Katastrophen beim Suchmarktbeherrscher Google ergab: Finanzkrise finden viele für Adwords nützlich. Klimakatastrophe scheint das geeignete Werbestichwort fürs Abnehmen oder für Mode. Palästina ergibt: «ebookers bringt Sie an die schönsten Orte der Welt». Tsunami und Irakkrieg laufen gar nicht (mehr?). Von 9/11 will nur Amazon profitieren. Bei Altavista hat die Swine-flu-Suche auch unter dem englischen Stichwort reagiert und wollte mir deutsche Atemschutzmasken verkaufen.

Besser gefällt mir, wie beispielsweise der TCS die Schweinegrippe nutzt: Nicht Profitieren steht im Vordergrund, sondern Profilieren: Der TCS hat eine Hotline zur Schweinegrippe eingerichtet und beantwortet Fragen – in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Er macht das fast zu diskret: Online findet man die Information nur unter den Pressemitteilungen.
Der Verkauf von Online-Werbung ist so ziemlich das einzige Ertragsmodell, dass Printverlagen den Schritt in die Online-Welt versüsst. Bloss sahnen da andere Anbieter von Inhalten wesentlich stärker ab – wie eine Auswertung von Tobias Trevisan zeigt. Dazu der aktuelle Schweiz-Vergleich von mediafocus.
Der FAZ-Verlagsleiter hatte am Verleger-Treffen vom 6. Januar 2009 in einem Vortrag aufgezeigt, dass die Wertschöpfungs-Chancen im Online-Bereich eher bei spezialisierten Inhalten liegen. Dazu hatte er in seinen Folien eine eigene Zusammenstellung der Online-Umsätze in Deutschland, die er mir im Rahmen der blogsofa-Interviews (hier das erste) zur Publikation freigegeben hat.
Wer den Zugang erleichtert, verkauft am meisten Werbung
Die Zahlen basieren auf Geschäftsberichten und Berechnungen von Tobias Trevisan selbst. Sie sind also nicht von einer unabhängigen Stelle verifiziert, aber sie ergeben ein eindrückliches Bild der grundsätzlichen Verhältnisse im Online-Bereich. Und das Total liegt mit 2.94 Mia EUR nahe genug an den vom Bundesverband für digitale Wirtschaft vermeldeten 3.65 Mia (Link zu Journalyse, weil der FAZ-Artikel zum Thema 4 Euro kostet, sic!).

Am meisten wird dort verkauft, wo die meisten Surfer landen – wie die Dominanz der Suchwort-Werbung auf Google Adwords oder Yahoo zeigt. Auch die Online-Portale wie GMX, web.de, T-Online fallen in die Kategorie der Starkbesuchten. Bei den Rubriken stehen Stellen-, Immobilien- und Partnerbörsen im Vordergrund, hier verkauft sich aus meiner Sicht vor allem die Qualität der Zuschauer, deren spezifische Interessen. Genau in diesem Bereich sieht Trevisan Verlags-Chancen mit eigenen Job-Börsen, Finanzportalen, Partnerschaftsangeboten.
Mit den Banner-Inseraten auf ihren Online-News verkaufen die Medien von Spiegel Online bis Zeit gerade mal 3 Prozent des gesamten Online-Volumens. Das ist hart für eine Branche, die lange Zeit ein Monopol auf News und dem damit verbundenen Werbe-Einnahmen hatte.
Nicht spezifisch ausgewiesen sind auf Trevisans Zusammenstellung für 2008 die auf Sozialen Netzwerken verkaufte Online-Werbung. Und leider finde ich dazu auch keine Angaben im Netz.
Wirklich so wenig Adwords-Anteil in der Schweiz?
Dank den Erhebungen und Schätzungen von mediafocus.ch lässt sich obige Grafik mit der Schweiz vergleichen – auch hier (PDF mit allen Details) sind Soziale Netzwerke nicht spezifisch ausgewiesen. Auch der Medien-Anteil am Bannerumsatz fehlt – hat jemand Zahlen dazu woanders gesehen? Der Kuchen hat etwas weniger Schnitze, sehr dominant ist der Anteil der Rubriken. Wo die Schweizer Verlage tamedia (Homegate, jobwinner, neu mit Edipresse) und Ringier (alle scout24-Plattformen) stark engagiert sind. Leider fehlen die Partner-Rubriken – sie liegen bei Trevisans Schätzungen im Bereich der Job-Anbieter.

Online-Werbestatistiken sind immer noch Zufallstreffer mit vielen Expertenschätzungen. Kann es sein, dass der Anteil der Suchmaschinen in der Schweiz so viel tiefer liegt als in Deutschland?
Fazit: Harter Kampf
Die mit Verspätung im Online-Bereich angekommenen Verleger werden sich weiterhin massiv durch Zukäufe oder Kooperationen um diesen Kuchen streiten. Und parallel dazu weiterhin versuchen, ihre Copyrights für ihre News als Werbe-Aufhänger bei Google & Co. stärker durchzusetzen – was ihnen kaum gelingen wird, wenn Google einfach mit den Agenturen Deals macht (siehe Horizont-Meldung der GoogleNews-Vereinbarung mit EU Newsagenturen) Die Online-Umsätze werden 2009 bei zurückhaltenden Auftraggebern nicht mehr so stark steigen, in den USA sind die Online-Preise auch schon stark unter Druck gekommen.
Weitere Artikel:
US-Studie 2008: 08 war brutal, 09 wird schlimmer
US-Newsmedien: Wo versteckt sich die Rendite?
Den Algorithmus der Suchmaschinen ist nicht klar zu definieren und verändert sich stündlich. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, die Denkweise der Suchmaschine zu unterstützen. Hier ein paar Tipps, die ich beim Internet-Briefing aufschnappte.
Die Veranstaltungsreihe Internet-Briefing widmete sich diese Woche dem Thema Suchmaschinenmarketing. Patrick C. Price der Firma Idealizer gab folgende Tipps:
- Einstiegsseite: Jede Seite kann zur Einstiegsseite werden – also sind für jede Seite die Suchmaschinenanforderungen zu berücksichtigen, nicht nur für die Home/Startseite.
- Seitentitel: Die Seiten klar benennen und Zusatzinfos bzw. Inhalt mit «/» anhängen. Beispiel: www.meineseite.ch/rezeptgefluegel. URLs auf keinen Fall technisch benennen. Eine klare Begriffslogik hilft den Suchmaschinen und in einem weiteren Schritt dem Suchenden, bei der Auflistung aller Suchlinks und seiner daraus folgenden Wahl.
- Keywords: 4 bis 6 Schlüsselwörter im Description Text reichen völlig aus. Bei zu vielen Keywords hat die Suchmaschine Mühe, den präzisen Inhalt zu eruieren.
- Text: Es lohnt sich die Seitentexte gut zu analysieren. Hilfreich dazu die Keyword-Suche bei Google. So finde ich heraus, welcher Begriff, ob «Rezept» oder «Rezepte», häufiger in der Suchmaschine gesucht wird. Erkenntnisse daraus direkt in die Texte einbauen.
- Bilder: Bilder immer mit einem logischen Begriff benennen. Die Suchmaschine findet kein Bild namens «043xml.jpg».
- Externe Links: Die Verlinkung hat eine grosse Bedeutung und beeinflusst das Ranking massiv. Gegenlinks sind werden von den Suchmaschinen ausgeschaltet (A linkt zu B, und B linkt zu A).
Die Suchmaschinen-Updates erfolgen stündlich. Es ist schwierig die gegenwärtigen Kriterien der Suchmaschinen für immer zu erfüllen. Das Fazit: Sinn macht, eine logische Seite zu gestalten, die für Menschen übersichtlich ist.
Das Wall Street Journal meldet zum allerersten mal eine Abnahme der Klicks auf Google-Adwords – in den USA. Jetzt wird spekuliert über die Zusammenhänge – ist die Rezession jetzt wirklich da und Schuld daran? Mich haben die Zusammenhänge interessiert: Wie entwickelt sich die Online-Werbung in den USA generell?
Hier der Original-Artikel aus dem WSJ. Erschüttert hat die Beobachter aus Übersee, dass die Zahl der Klicks auf Suchmaschinen-Anzeigen erstmals ins Minus kippt. Zumindest beim unbestrittenen Marktführer Google, der im Oktober 07 noch eine Zunahme der Klicks von knapp 40 Prozent melden konnte. Auch Yahoo taucht ab, interessanteweise steht der potenzielle Yahoo-Käufer Microsoft im Januar ganz konträr in der Sonne.

Heisst das jetzt sogar, dass mit der Rezession das Ende des Online-Werbebooms naht? Da sind die Kommentatoren unterschiedlicher Meinung – je nach Interessenlage. Wichtig scheint mir dabei die Relation: Suchmaschinen-Werbung erreichte in den USA im Jahr 2006 einen Anteil von 40 Prozent an den gesamten Online-Werbeinvestitionen. Als Löwenanteil ein wichtiger Indikator, aber noch nicht alles. Wie sieht denn die Entwicklung des Gesamtmarktes in den USA aus? Fürs vierte Quartal 2007 liegen noch keine definitiven Werte vor. Aufgrund der vom Interactive Advertising Bureau veröffentlichten Vorjahres-Zahlen und deren Schätzung für 2007 lässt sich trotzdem die folgende Grafik zusammenstellen. Alle Detailzahlen dazu übrigens in diesem ausführlichen PDF.

2007 gings also noch ganz rasant nach oben – folgt nun der Einbruch? Schön an dieser langfristigen Betrachtung ist der Rückblick auf das Zwischentief von 2001. Wer erinnert sich? Mit den effektiven Werten von 2006 erreicht die Online-Werbung übrigens in den USA einen Anteil am ganzen Werbekuchen von 5.9 Prozent. Ich bin überzeugt davon, dass dieser Anteil weiter zunehmen wird.
Google hat im Juni Adwords Webpages auch für Europa lanciert – damit auch diejenigen Google-Werbung schalten, die noch keine eigene Webpage haben. Günstige Do-it-yourself- Kits für Webauftritte gabs schon öfter. Auch in diesem Fall finde ich: Besser investiert man die Zeit in einen Auftritt mit einer eigenen Web-Adresse, zum Beispiel mit Wordpress.
Die Adwords Webpages existieren schon länger in den USA. Ziel von Google: Kleinstunternehmen ohne Web-Budget einen möglichst günstigen Einstieg verschaffen. Und damit natürlich das eigene Umsatzpotential mit Adwords erhöhen. Jetzt kann man den Web-Bastelkasten auch in deutscher Sprache benutzen: Hier die Info-Seiten von Google.
Dann hätte ich gerne ein paar Beispiele davon gesehen – es sind aber keine verlinkt. Aber weil die Internet-Adresse dieser Seiten zwangsläufig ((name)).googlepages.com lautet, brachte eine Google-Suche folgende zwei Beispiele: Restaurant Jerusalem in Cuxhaven oder Alfred Resch, Künstler. Die Seite für das Editieren der Inhalte sieht etwa so aus (Screenshot von meinem in Englisch geführten gmail-Account) und funktioniert nicht auf Safari – Firefox geht.

Gut, dieser Editor ist in der Anwendung bestimmt simpler als das Anpassen von Wordpress-Templates. Trotzdem empfehle ich jedem noch so kleinen KMU, sein Investment mit einer eigenen Internet-Adresse abzusichern. Einziger Nachteil: Man braucht ein wenig Fremdunterstützung für die Umsetzung – Tipps und Links für Wordpress-Webseiten siehe auch aus meiner eigenen Erfahrung in diesem Blogbeitrag vom 13. Februar.
Eine gute Übersicht der Einschränkungen, die bei der Schaltung von Adwords auf diese Webpages verbunden sind, bringt der Websmith in diesem Beitrag.
Hat jemand Erfahrungen mit den Google Webpages gesammelt? Andere Wege für kostengünstige Web-Präsenz ausgetestet?
Gestern berichtet das Wall Street Journal über die zunehmende Tendenz von US-Zeitungen, sich bei Google Adwords um die besten Suchbegriffe für News zu überbieten. Der Kampf um Leser im Internet treibt interessante Blüten – Top-Suchmaschinen werden immer mehr zum begehrten Zugangs-Monopolisten. In der Schweiz tobt noch kein News-Link-Wettbewerb.
In ihrem Artikel vom 30. April (Link, gültig bis 7. Mai) zeigt Emily Steel auf, dass zum Beispiel die New York Times bereits seit 2004 auf Google Adwords schaltet, die zu aktuellen News-Themen führen. «Iraq War» oder «Apple News» hätten in den USA zur Website der NY Times geführt. Mit «Congress News» sei sie bei Yahoo auf gesponsorte Links von washingtonpost.com gestossen und die Suche nach Berühmtheiten wie Britney Spears weise weiter auf den Fox News Channel.
Der Zugang zu Online-Inhalten erfolgt immer mehr über Suchmaschinen. «Früher stand ein Zeitungsjunge an der Strassenecke und schrie ‘Extrablatt, Extrablatt’ … heute arbeiten wir nach dem selben Modell, die Welt hat sich einfach verändert,» meint der Marketingleiter von NYTimes.com. Zehntausende von Adwords würden heute von diesem Medium jährlich geschaltet – und bezahlt, wenn die Konsumenten drauf klicken. Alle grossen Medienhäuser investieren einen Teil ihres Marketingbudgets auf diese Art und Weise. Auch das Wall Street Journal habe bereits versucht, auf diesem Weg mehr Abonnenten für ihren bezahlten Online-Inhalt zu gewinnen.
Wie üblich bei Adwords entwickeln sich die Preise je nach Nachfrage, im Auktionsverfahren. Für «Virginia Tech Shooting» hätte man zu Spitzenzeiten bis zu 5 USD behzahlt, eine Woche später gerade noch acht Cents pro Click. Ein Langzeitrenner wie «Iraq War» koste im Schnitt 39 Cents meint eine spezialisierte Suchmaschinen-Marketingfirma.
Folgende Information erstaunt mich: Oft würde es einige Stunden dauern, bis aktuell auf einer Zeitungs-Website publizierte Infos in den Suchmaschinen seien. Stimmt das? Liesse sich das nicht beschleunigen? Auf alle Fälle setzt zum Beispiel CNN gerade deshalb darauf, ganz schnell aktuelle Suchworte zu kaufen, wenn sie einen aktuellen Artikel online schalten. Damit die Surfer zu diesem Suchbegriff eben sofort auch den CNN-Link sehen und anklicken.
Spannende Entwicklung – wann kommt sie in die Schweiz? Eine Suche auf Google nach “Wahlen” bringt keine Zeitungs-gesponsorten Links. Zuoberst steht die Nachrichtenagentur SDA mit einer sehr clever eingerichteten speziellen Info-Seite namens wahlen.ch. Und das Stichwort «Klima» bringt, ebenfalls sehr intelligent, zuoberst den Link zu Hess-Natur Bekleidung – mit dem Text «Jetzt handeln! Hess Natur Mode für Ihre Familie: sozial & ökologisch.»
Vom 13. bis 14. Dezember kann man sich im Renaissance Zürich Hotel die Schweizer Aktualität von Web 2.0 anhören: Euroforum veranstaltet eine Fachtagung und am Folgetag einen Workshop. «User Generated Content – Blogs, Wikis, Pods und Co. gewinnbringend einsetzen» verspricht aus meiner Sicht vor allem ein paar interessante Praxis-Einblicke. Ich selbst trete ebenfalls auf, hier kann man sich mit 20 Prozent bernetblog-Weihnachts-Rabatt anmelden.
Euroforum-Anlässe sind nicht günstig, 1650 kosten Fachtagung und Workshop separat gebucht, 2690 die Kombination. Da sind natürlich 20 Prozent Rabatt ein zusätzlicher Vorteil. Veranstaltungsleiter Pascal Novotny verspricht sich mit diesem Sonderangebot über Jürg Stukers und mein Blog vermehrt Anmeldungen aus Blog-interessierten Kreisen. Aber entscheidend ist natürlich die Substanz. Ich verspreche mir von diesem Tag wichtige Inputs aus bereits laufenden Web 2.0-Anwendungen in Schweizer Unternehmen – aufgrund der Ausschreibung erwarte ich die vor allem von:
Google Schweiz, Thomas Hanan: Community-Aspekte und Social Marketing bei Google Earth, Adwords, Trends.
Beat Rüdt, Espace Media: Berner Bürgerjournalismus-Projekt, Blogging, erste Bilanz.
Michele De Lorenzi, ETH: Interne Kommunikation und Social Software, benutzergenerierte Inhalte, interne Vernetzung mit Blogs und Wikis.
Vielleicht liegen meine Erwartungen aber auch ganz falsch – und ich werde von einer der weiteren Persönlichkeiten überrascht. Mein eigener Beitrag am Mittwoch-Nachmittag fokussiert sich auf Corporate Blogging: Welche Dynamik und Relevanz steht hinter Blogs, wie kann ich sie verfolgen, wie beeinflusst sie die Reputation von Unternehmen und Organisationen. Mehr dazu später in diesem Blog (-:
Wir setzen seit zwei Jahren sehr gezielt auf Google Adwords, auch für unsere Kunden: Kleine Inserate, die rechts neben einem Suchresultat erscheinen, je nach Suchbegriff. Diese Begriffe kann man selbst wählen. Geben Sie zum Beispiel Medienarbeit im Netz als Google-Suche ein, dann sollte eines unserer Inserate erscheinen. Aber nur klicken, wenn Sie den Link brauchen . Bis heute zahlen wir für jeden Klick auf diese Inserate, je beliebter die Suchbegriffe und je mehr darauf Werbung machen wollen, desto höher die Klickpreise.
Das Wall Street Journal berichtet nun, dass Google bereits Tests macht mit Cost-per-Action. Das heisst: Man zahlt nur noch dann, wenn das Inserat angeklickt wurde UND dann eine bestimmte Aktion auf der Webpage des Inserenten erfolgte. Also in unserem Fall: Wenn jemand eine unserer Gratis-Checklisten runterlädt oder ein Buch bestellt. Spannend. Den Artikel kann man hier bis zum 1. Juli auch ohne Wall Street Journal-Abo lesen.
Wieder mal eine Kurzinfo zu neuen Anwendungen im Netz: Amazon und Google rufen Sie an, wenn Sie auf die entsprechenden Knöpfe klicken. «Click-to-call» heisst das als Service-Angebot bei Amazon, gefunden in einem Artikel des Wall Street Journal – hier der Link zum Text, wenn Sie ein online Abo haben. Sears gehört auch zu den Dienstleistern, die diese Möglichkeit testen. Noch ist die Akzeptanz anscheinend nicht sehr gross, Konsumenten rufen lieber selbst eine Gratis-Nummer an. Aber die Anbieter sagen, dass sie auf diesem Weg direkt zum Kunden gelangen, der sich so nicht durch eine ganze Reihe von Ansagen hören muss.
Mein Sofort-Test bei Amazon zeigt: WOW bezüglich Technik, Noch-nicht-ganz bezüglich Ablauf.
Gehen Sie auf Hilfe, dort auf einen einzelnen Eintrag [zum Beispiel Bestellen-Einkaufswagen], dann erscheint rechts dieser interessante Button:

Wenn man auf Telefon-Service klickt, kann man sich entscheiden, ob man sich einloggen möchte oder ohne Anmeldung weitergehen. In beiden Fällen erscheint dieses Fenster:

Genial: Zwei Sekunden nach dem Abschicken klingelt das Telefon. Die Enttäuschung – an der Gegenseite sitzt eine weibliche Computerstimme. Die Überraschung – der technische Dialog ist sehr gut gestaltet. Ich staune darüber, dass alle meine Eingaben stimmlich erfolgen können, und sie werden sehr gut erkannt. Als ich «neunzig-achtzig» bei einer Nummer sage, kommt doch die Quittung tatsächlich mit «neun-null-acht-null». Neckisches Detail und für mich als Nicht-Geek erstaunlich. Die Stimmerkennung wird uns noch weit führen…
Leider kann ich den Test nicht bis hin zu einer realen Person zu Ende führen. Die Computerstimme gibt nicht klein bei, will eine Bestellungs-Nummer, die ich eben doch nicht habe.
Schade – ich habe mich auf ein Sofort-Gegenüber gefreut, siehe auch meine Erfahrung mit Sunrise. Ach, das sind doch Kundenträume – ein Klick und man wird angerufen, muss sich nicht berieseln lassen, muss keine Entscheide zwischen 0 und 7 treffen…
Übrigens: Google bietet Adwords mit Telefon-Möglichkeit, auch «pay-per-call» genannt. Leider nur in den USA, von hier aus nicht testbar. Aber eine Kurzerklärung dazu und ein Bild habe ich gefunden. Spannender Ablauf, interessante Entwicklung, demnächst mehr dazu in diesem Theater…

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